Allergie und Asthma im Kindesalter

Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Körpers auf bestimmte Stoffe aus der Umwelt (= Allergene). Eigentlich hat des Immunsystems das Ziel, den Körper vor Krankheitserregern und Fremdstoffen zu schützen. Im Falle einer Allergie schießt das Abwehrsystem über dieses Ziel hinaus und es entstehen Krankheitssymptome, die zum Teil sehr unangenehm sein können. Jedes Mal, wenn der Körper mit dem Fremdstoff in Berührung kommt, kann die Reaktion heftiger werden und immer geringere Mengen des Fremdstoffes können diese heftigen Reaktionen auslösen. 
Unter einem Asthma bronchiale versteht man eine anfallsweise auftretende Verengung der Atemwege.

Was haben nun Allergien mit Asthma zu tun?
Asthma ist eine entzündliche Erkrankung der Atemwege mit Überempfindlichkeit der
Atemwege
, die Bronchien werden eng und verschleimen, das Ausatmen ist erschwert. Die Symptome treten immer wieder auf, man spricht bereits von Asthma, wenn die Symptome von engen Bronchien (spastische oder obstruktive oder asthmoide Bronchitis etc.) 3-mal oder häufiger aufgetreten sind. Ursache ist eine chronische Entzündung in den Bronchien. Diese Entzündung wird bei Kindern häufig durch Allergien ausgelöst. Allergien haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Etwa 30 bis 50% der Bevölkerung dürften die prinzipielle Veranlagung zu einer allergischen Reaktionsbereitschaft haben. Zwar werden nicht alle im Laufe der Zeit allergisch reagieren, eine Zunahme allergischer Erkrankungen ist jedoch noch möglich.
Allergien können sich an vielen Organen äußern. Das macht ihre Symptomatik so vielfältig und ihr Erkennen oft schwierig. Folgende Symptome können Hinweise für eine Allergie sein:

Augen, Nase, Ohren und Mund: -> Heuschnupfen 

  • juckende, tränende Augen 
  • verquollene Augen 
  • juckende, laufende oder verstopfte Nase 
  • Niesen und Nasereiben 
  • Jucken im Gehörgang 
  • Jucken in Mund und Rachen

Lunge -> Asthma

  • trockener oder schleimiger Husten 
  • pfeifende Ausatemgeräusche (Giemen) 
  • Kurzatmigkeit und Atemnot 
  • geringe Ausdauer 
  • Engegefühl oder Stechen in der Brust 

Haut -> Neurodermitis

  • juckender, trockener oder nässender Hautausschlag
  • juckende Rötung und Quaddeln 

Magen und Darm -> Nahrungsmittelallergie

  • Durchfall, seltener Verstopfung 
  • Übelkeit und Erbrechen 
  • Bauchkrämpfe 
  • Gewichtsabnahme 

Familiär belastete Kinder, deren Angehörige ersten Grades (Eltern und Geschwister) Allergien haben, sind besonders gefährdet, selbst an Allergien zu erkranken.

Um die erste Gruppe müssen wir uns die wenigsten Sorgen machen, ihre Erkrankung heilt meist jenseits des ersten Lebensjahres vollständig aus. Mehr Sorgen dagegen bereiten uns die Kinder der zweiten Gruppe, durch die Unreife des Immunsystems in jungem Alter kann sich jeder Infekt auf die Bronchien legen. Diese Kinder sind oft krank und haben einen anhaltenden Husten, aber mit Reifung des Immunsystems verschwindet auch die Hustenproblematik meist vollständig. Kümmern müssen wir uns intensiv um die Kinder der dritten Gruppe, die aufgrund ihrer familiären Belastung das Risiko, an einem Asthma zu erkranken, buchstäblich mit in die Wiege gelegt bekommen haben. Meist fallen diese Kinder in den ersten Lebensjahren durch Haut- oder Verdauungsprobleme auf. Erst im Laufe der frühen Kindheit ist dann auch das Bronchialsystem betroffen. Bei diesen Kindern ist der Beginn einer frühzeitigen und effektiven Dauerbehandlung entscheidend für den weiteren Verlauf. 

Heute zeigt sich Asthma meist nur noch durch anhaltenden oder ständig wiederkehrenden
Husten, dieser kann verbunden sein mit Atemnot, dank der guten Therapiemöglichkeiten ist dies aber heute nur noch selten der Fall. 

Wie viele Kinder haben ein Asthma? Nach oben genannter Definition haben in Deutschland ungefähr 10-15 % der Kinder ein
Asthma, Tendenz zunehmend.

In unserer Praxis haben wir eine inzwischen gut ausgebaute Asthmasprechstunde. Wir machen Laborwertbestimmungen (IgE) und Sauerstoffmessungen im Blut (Pulsoxymetrie) und beraten Eltern und Kinder zu therapeutischen Möglichkeiten. Unsere Diagnostikmöglichkeiten haben wir weiter ausgebaut. 
Invasive Untersuchungstechniken (z.B. Bronchoskopien und Untersuchungen der Bronchialschleimhaut) liefern zwar direkte und genaue Hinweise auf die Entzündung des Bronchialsystems, sie sind aber für den Praxisalltag einer Kinderarztpraxis ungeeignet. Diese Lücke in der Diagnostik und Therapiesteuerung von Asthma kann neuerdings- und jetzt auch in unserer Praxis, geschlossen werden. Neben den schon seit zwei Jahren durchgeführten Lungenfunktionsuntersuchungen gibt es jetzt auch eine neue Möglichkeit zur Bestimmung der Entzündungsaktivität in den Bronchien der Kinder (und Erwachsenen), es ist die Bestimmung des ausgeatmeten Stickoxids (NO) als unspezifischer, direkter Entzündungsparameter.
Stickstoffmonoxid ist ein wichtiges Molekül bei den komplexen Abläufen der Entzündungsreaktion in den Bronchien. Die Bestimmung des ausgeatmeten Stickstoffs mit dem neuen NIOX-MINO Gerät der Fa. Aerocrine/Schweden ist nun auch in unserer Praxis möglich und erlaubt eine nicht belastende und schmerzfreie Bestimmung des entzündlichen Geschehens im Bronchialsystem. Die Untersuchung ist schnell, patientenfreundlich, beliebig wiederholbar und liefert sofort das Ergebnis. Mit Hilfe eines kleinen Animationsprogramms können Kinder in der Regel bereits ab dem 6. Lebensjahr nach der standardisierten Einfachatemzugmethode (nach tiefer Einatmung durch das Mundstück 10 Sekunden lang mit einem niedrigen Atemfluss – 50ml/Sek. – ruhig gleichmäßig ausatmen) untersucht werden. 
Die neue Untersuchungsmöglichkeit ist im klinischen Krankheitsmanagement von Asthma sehr wertvoll durch:

  1. die bessere Einschätzung der entzündungshemmenden Therapie bezüglich der Wirksamkeit und der Dosierungsanpassung
  2. die bessere Einschätzung der Krankheitsaktivität
  3. die Voraussage einer akuten Verschlimmerung der Krankheit
  4. die Hilfestellung bei der Diagnose und Differentialdiagnose der Krankheit
  5. die Feststellung von Asthmavorstadien (chronischer Schnupfen, Neurodermitis) im Hinblick auf einen bevorstehenden so genannten Etagenwechsel (RhinitisàAsthma) oder Organwechsel (Neurodermitis
    -> Asthma)

Diese Untersuchung kann derzeit als IGEL Leistung (19,98 €) angeboten werden (Ausnahme: Privatpatienten). 
Wie bei vielen anderen Krankheiten liegt auch beim Asthma bronchiale die Macht im Wissen um die Krankheit. Wir können Auslöser nur dann meiden, Asthmaanfällen nur vorbeugen, wenn wir sie (er)kennen!

Viele Eltern haben Angst vor der Diagnose Asthma, sie wird oft verwechselt mit langem und unheilbaren Krankheitsverlauf und schlechter Prognose. Dies ist nicht der Fall. Die Prognose kindlichen Asthmas ist sehr günstig, wenn es frühzeitig behandelt wird. 
Hierzu ist es wichtig, dass Eltern von den behandelnden Kinderärzten gut beraten werden und die Möglichkeiten der von den Krankenkassen finanzierten
Asthmaschulungen- die besser „Schulungen für das oft hustende Kind“ heißen sollten, nutzen.
Auch im „kind-familie-gesundheit e.V.“ werden diese Schulungen für jede Altersklasse (auch als reine Elternschulungen) angeboten. Fragen Sie nach!

Unsere Asthmasprechstunde findet nur nach Vereinbarung statt.

kleine Spirometrie

Bodyplethysmografie

NO Messungen

Belastungstests usw

Achtung, beachten Sie bitte unsere Praxisschließzeiten und Termine!
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In unseren Sprechzeiten können Sie uns telefonisch kontaktieren.

Tel: 03379 372521
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