Kindervorsorgeuntersuchungen


Kindervorsorgeuntersuchungen

Vorsorgeuntersuchungen dienen bekanntlich der frühzeitigen Erkennung von bestimmten Krankheiten und Entwicklungsstörungen. Dadurch lassen sie sich einer rechtzeitigen Behandlung bzw. Förderung zuführen, was besonders im Kindesalter eine außerordentlich wichtige gesundheitspolitische Aufgabe darstellt. Zur Dokumentation der Befunde dient das „Gelbe Heft“. In diesem Heft findet man die vorgeschriebenen Untersuchungstermine U1 – U9 und eine Auflistung von 37 möglichen Erkrankungen bzw. Störungen. Die folgende Beschreibung der einzelnen Vorsorgeuntersuchungen ist einfach gehalten und dient der Beschreibung von Untersuchungszielen und ihrer praktischen Bewertung.
NEU: Die Krankenkassen übernehmen jetzt für alle Kinder die U7a- Vorsorgeuntersuchung zum 3. Geburtstag. Besorgen Sie sich bitte einen Termin!

U1- Neugeborenenuntersuchung (im Kreißsaal)

Die Erstuntersuchung des Neugeboreen wird in der Regel auf der Entbindungsstation durch die dort tätigen Fachärzte durchgeführt. Die Untersuchung hat die Aufgabe, schwere Anomalien festzustellen und lebensgefährliche Bedrohungen zu erkennen sowie entsprechend zu handeln. Zu wesentlichen Untersuchungszielen bei Neugeborenen gehören die Dokumentation geburtshilflicher Daten, die Reifebeurteilung, die Zustandsdiagnostik sowie die Vitamin K-Prophylaxe. Die Beschreibung des klinischen Zustandes eines Neugeborenen wird nach dem APGAR-Schema vorgenommen. Die Bestimmung des APGAR-Wertes erfolgt nach 1 Minute, 5 Minuten und 10 Minuten. Der Summenwert nach einer Minute entscheidet, ob das Kind wiederbelebt werden muß. Nach 5-10 Minuten wird entschieden, ob das Kind auf einen Intensivstation verlegt wird.

U2 – Vorsorgeuntersuchung (zwischen 3. und 7. Lebenstag)

Auch diese Untersuchung erfolgt in den meisten Fällen noch in der stationären Einrichtung. Wesentliche Untersuchungsziele in diesem Alter sind der Ausschluß von sichtbaren Fehlbildungen und Anpassungsstörungen, die Erfassung von Ernährungsproblemen, die Beurteilung des Nabelschnurrestes, die Durchführung des Stoffwechselscreenings und die ausführliche Elternberatung. Die Vitamin K-Prophylaxe wird erneut durchgeführt. Die Ernährungsberatung schließt auch die Beratung über die VitaminD Gabe und die Gabe von Fluorid ein.

U3 – Vorsorgeuntersuchung (zwischen 4. und 6. Lebenswoche)

Ein Säugling mit 4-6 Wochen fixiert, liegt in Beugehaltung, bewegt sich lebhaft seitengleich und trinkt spontan. Wesentliche Untersuchungsziele in diesem Alter sind die Überprüfung der Sinnesfunktionen, der Motorik, der Nahrungsaufnahme, des Gedeihens und die Sonographie zum Ausschluß einer Hüftdysplasie. Beim Stillen nach Bedarf findet das Kind nach 3 bis 6 Wochen von selbst seinen Rhythmus mit mehreren Stunden Nachtschlaf. Die durchschnittliche Gewichtszunahme beträgt monatlich ca. 750g.

U4 – Vorsorgeuntersuchung (zwischen 3. und 4. Lebensmonat)

Ein Säugling mit 3-4 Monaten hört, lächelt zugewandt, hebt seinen Kopf und gedeiht. Wesentliche Untersuchungsziele bei einem 3-4 Monate alten Säugling sind die Beurteilung der Hör- und Sehfunktionen, der Motorik, des Gedeihens sowie die Durchführung von Impfungen. Die monatliche Gewichtszunahme beträgt jetzt ca. 600g. Ab der 9. Lebenswoche wird mit der Durchführung der empfohlenen Impfungen begonnen.

U5 – Vorsorgeuntersuchung (zwischen 6. und 7. Lebensmonat)

Ein Säugling mit 6-7 Monaten wendet seinen Kopf zur Schallquelle, lacht auf Ansprechen, dreht sich nach allen Seiten und beginnt zu „fremdeln“. Zu wichtigen Untersuchungszielen bei einem 1/2-jährigen Säugling zählt die Beurteilung von Hör- und Sehfunktionen sowie der Sprachentwicklung, die Beurteilung der motorischen Entwicklung und des Gedeihens. Seine Beweglichkeit um die eigene Körperachse beweist das Kind durch aktives Drehen nach allen Seiten. Die monatliche Gewichtszunahme beläuft sich jetzt auf etwa 500g. Als erster Zahn erscheint in aller Regel ein unterer Schneidezahn.

U6 – Vorsorgeuntersuchung (zwischen 10. und 12. Lebensmonat)

Ein Kind am Ende seines ersten Lebensjahres richtet sich auf, fremdelt und hat in etwa sein dreifaches Geburtsgewicht erreicht. Beim Knaben läßt sich die Vorhaut infolge von Verklebungen noch nicht zurückstreifen. Zu wichtigen Untersuchungszielen gehört beim einjährigen Kind die Überprüfung von Sinnesfunktionen, Sprache und Verhalten, die Überprüfung der Motorik und des Gedeihens. Die Körpermasse hat jetzt etwa das dreifache Geburtsgewicht erreicht. Die Körperlänge beträgt ca. 75 cm. Die motorischen Fähigkeiten gestatten es dem Kind, sich im Raum fortzubewegen, z.B. durch Krabbeln und Kriechen, evtl. auch schon durch erste Schritte an der Hand oder an Möbeln. Die feinmotorische Entwicklung läßt sich am Pinzettengriff ablesen. Das Kind spricht erste Wörter.

U7 – Vorsorgeuntersuchng (zwischen 21. und 24. Lebensmonat)

Ein Kind am Ende seines zweiten Lebensjahres kann Treppen steigen, ist an seiner Umwelt interessiert und spricht 2-bis 3-Wortsätze. Wichtiges Untersuchungsziel in diesem Alter ist die Beurteilung von Sinnesfunktionen, Sprache und Verhalten, der motorischen Fähigkeiten und des körperlichen Gedeihens. Mit 2 Jahren hat das Kind sein Geburtsgewicht vervierfacht. Durch Ausreifung des Gleichgewichtssinnes kann das Kind frei laufen und Treppensteigen. Das selbstständige Essen mit dem Löffel beweist gute feinmotorische Fähigkeiten. Das Kind zeigt richtig auf Körperteile und beginnt, Erwachsene nachzuahmen.

U7a – Vorsorgeuntersuchng (bis zum 3. Geburtstag)

Ein Kind am Ende seines dritten Lebensjahres kann bereits im Zusammenhang erzählen, es singt Lieder und imitiert die Wortlaute der Eltern. Die Kinder beginnen, mit einem Stift zu malen und sind motorisch in der Lage, bereits auf einem Bein zu stehen, schnell zu laufen und beidbeinig zu hüpfen. Viele Kinder besuchen in diesem Alter bereits eine Kita und müssen sich integrieren, einigen Kindern sind in diesem Alter auch bereits mindestens tagsüber sauber.

U8 – Vorsorgeuntersuchung (zwischen 43. und 48. Lebensmonat)

Ein Kind am Ende seines 4. Lebensjahres zeigt gute Körperbeherrschung, spielt gern und kann seinen Namen aussprechen. Zu wichtigen Untersuchungszielen zählen wiederum die Überprüfung der Sinnesfunktionen, Sprache und Verhalten, der Motorik, des Gedeihens und der Körperhaltung. Durch Hör- und Sehtests gelingt es in diesem Alter, eine sichere Hör- und Sehprüfung vorzunehmen. Auch die geistige Entwicklung läßt sich an Bildern aus dem täglichen Leben beurteilen. Die Sprachentwicklung ist soweit vorangeschritten, daß das Kind jetzt seinen Namen nennen, Mehrzahl verwenden und mindestens zwei Gegensätze anführen kann. Über das Verhalten geben die Eltern Auskunft. Das Kind kann bei geschlossenen Augen ruhig stehen sowie länger als eine Sekunde auf einem Bein stehen; es kann Dreirad fahren und recht sicher klettern. Feinmotorisch ist das Kind in der Lage, sein Kleidungsstück auf- und zuzuknöpfen.

U9 – Vorsorgeuntersuchung (zwischen 60. und 64. Lebensmonat)

Ein Kind wird im 6. Lebensjahr schulfähig; es ist im Besitz guter Sinnesfunktionen, zeigt zuverlässige Körperbeherrschung, läßt im Spiel Leistungswillen erkennen und vermag sich über längere Zeit zu konzentrieren. Schmerzen werden jetzt lokalisiert. Zu wesentlichen Untersuchungszielen in dieser Altersgruppe gehören die Überprüfung der Sinnensfunktionen, der geistigen Entwicklung und Sprachentwicklung, der Motorik, des Körperzustandes, des Impfstatus und der Schulfähigkeit. Zur Kontrolle von Hör- und Sehvermögen sind Hörtests und Sehtests mit Überprüfung des räumlichen Sehens erforderlich. Das Kind vermag Farben und Finger zu benennen. Es ist in der Lage seine Familie zu beschreiben und einfache Märchen nachzuerzählen. Durch Hüpfen auf einem Bein beweist das Kind Körperbeherrschung, durch Nachzeichnen einfacher Figuren (Dreieck, Viereck, Kreis) feinmotorisch Fähigkeiten.

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