Meningokokkenimpfung

Aufklärung zur Schutzimpfung
gegen Meningokokken der Gruppe C mit Konjugatimpfstoff

Die Sächsische Impfkommission hat zum 01.07.2003 eine Erweiterung ihrer Impfempfehlungen beschlossen. So wird ab sofort empfohlen, alle Kinder und Jugendlichen ab dem 3. Lebensmonat bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gegen Meningokokken-Infektionen der Gruppe C mit konjugiertem Impfstoff zu impfen.

Krankheitsbild

Meningokokken sind Bakterien. Ihre wissenschaftliche Bezeichnung lautet Neisseria meningitidis. Meningokokken werden von Mensch zu Mensch mit der Atemluft übertragen, durch eine so genannte Tröpfcheninfektion. Sie können verschiedene Krankheitsbilder auslösen, am häufigsten ist die Hirnhautentzündung (Meningitis). Diese lebensgefährliche Krankheit beginnt plötzlich mit hohem Fieber, Erbrechen, starken Kopfschmerzen und Nackensteife. Auch Krämpfe und Lähmungen können auftreten. Bewusstseinstrübung, punktförmige Hautblutungen und Kreislaufkollaps sind Hinweise auf einen lebensbedrohlichen Krankheitsverlauf. Meningokokken vermehren sich oft rasend schnell – innerhalb weniger Stunden – im Körper der Patienten. Besonders Säuglinge und Kleinkinder zwischen 0 und 5 Jahren und Jugendliche sind gefährdet. Entscheidend ist eine möglichst frühzeitige Behandlung mit Antibiotika, andernfalls drohen bleibende Nervenschäden (z.B. Taubheit, Blindheit, Lähmungen). Aber auch eine rechtzeitig begonnene Behandlung kann den Tod nicht immer verhindern. Meningokokken können auch Blutvergiftungen (Sepsis) verursachen, die möglicherweise so schlimm sind, dass Zehen, Finger oder ganze Gliedmaßen amputiert werden müssen. Heute sterben noch etwa zehn Prozent der an einer Meningokokken-Infektion Erkrankten. Deshalb ist die vorbeugende Schutzimpfung für gefährdete Personen besonders wichtig.
Man unterscheidet bisher 12 verschiedene Gruppen von Meningokokken: A, B, C, H, I, K, L, X, Y, Z, 29 E und W135. Meist sind die Gruppen A und C für Epidemien verantwortlich. Der in Deutschland am häufigsten vorkommende Erreger gehört zur Gruppe B. Je nach Region werden aber auch bis zu 60 % der Meningokokken-Infektionen in Deutschland (Stand: 2002) von Bakterien der Gruppe C ausgelöst. Im Durchschnitt waren es im Jahre 2002 in Deutschland 30 %. Meningitis-Erkrankungen mit Erregern der Gruppe C verlaufen zudem ungefähr doppelt so häufig tödlich wie durch Gruppe B verursachte. Gegen den Erreger (Meningokokken der Gruppe C) gibt es in Deutschland nun einen neuen Impfstoff, der Kinder ab dem dritten Lebensmonat schützen kann.

Impfstoff

Der neu entwickelte Konjugat-Impfstoff gegen Meningokokken der Serogruppe C kann im Gegensatz zu herkömmlichen Polysaccharid-Impfstoffen bereits ab einem Alter von 2 Monaten eingesetzt werden. Darüber hinaus bieten diese Präparate der neuesten Generation einen zuverlässigen Langzeitschutz. Auch Risikogruppen können erfolgreich geimpft werden.
Der Impfstoff wird in den Muskel gespritzt (intramuskuläre Verabreichung), bei Säuglingen in die Muskulatur des Oberschenkels, bei älteren Kindern und Erwachsenen in die des Oberarmes.
Bei Kindern unter einem Jahr richtet sich die Anzahl der notwendigen Impfungen nach den Angaben des Impfstoffherstellers. Für Kinder nach dem vollendeten ersten Lebensjahr genügt eine einzige Impfung für einen lang anhaltenden Schutz.
Die Meningokokken-Schutzimpfung kann gleichzeitig mit anderen Schutzimpfungen vorgenommen werden, wenn dies, insbesondere bei Kindern, in das Impfschema passt. Zeitabstände zu anderen Impfungen sind nicht einzuhalten.
Hinweis: Nur gegen Meningokokken der Gruppe C wird ein Schutz aufgebaut. Die Impfung bietet keinen Schutz gegen die in Mitteleuropa häufiger vorkommende Meningitis durch Meningokokken der Gruppe B.

Wer soll geimpft werden?

• alle Kinder und Jugendlichen ab dem 3. Lebensmonat bis zum vollendeten 18. Lebensjahr
• enge Kontaktpersonen zu einem Fall einer invasiven Meningokokken-Infektion der Gruppe C
• gesundheitlich gefährdete Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten
• gefährdetes Personal (Laboratorien)
• Reisende (einschl. Entwicklungshelfer) in Länder, in denen Meningokokken-Infektionen der Gruppe C gehäuft vorkommen, besonders bei engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung; dies gilt auch für Aufenthalte in Regionen mit Krankheitsausbrüchen und Impfempfehlung für die einheimische Bevölkerung (WHO- und Länderhinweise beachten)
• Schüler/Studenten vor Langzeit-Aufenthalten in Ländern mit empfohlener allgemeiner Impfung für Jugendliche oder selektiver Impfung für Schüler/Studenten
• bei Ausbrüchen oder regionalen Häufungen
(Empfehlungen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes beachten)

Wer soll nicht geimpft werden?

Wer an einer akuten, behandlungsbedürftigen Krankheit mit Fieber oder an einer Überempfindlichkeit gegen Bestandteile des Impfstoffs leidet, soll nicht geimpft werden.
Bei schwangeren Frauen müssen Nutzen und Risiken der Meningokokken-Schutzimpfung sehr sorgfältig abgewogen werden.
In diesen Fällen berät Sie der Impfarzt, wie Sie sich am besten gegen eine Meningokokken-Infektion schützen können.

Mögliche Reaktionen nach der Impfung

An der Impfstelle können vorübergehend eine Schwellung, Druckempfindlichkeit, Rötung sowie Schmerzen auftreten. Mitunter kann es auch zu einer kurzzeitigen Temperaturerhöhung, grippeähnlichen Symptomen oder Erbrechen/Übelkeit/Durchfällen kommen. Meist treten solche Störungen in den ersten beiden Tagen nach der Impfung auf und halten nicht länger als ein bis zwei Tage an. In Einzelfällen kann eine allergische Reaktion auf Bestandteile des Impfstoffs auftreten. Obwohl nach der Impfung über Meningismussymptome wie Nackensteifigkeit und Lichtscheue berichtet wurde, gibt es keinen Hinweis darauf, dass Meningokokken-C-Konjugatimpfstoffe eine Meningitis verursachen.


Sind Impfkomplikationen möglich?

Die Meningokokken-Impfung ist eine sichere Impfung. Über das Auftreten bleibender Gesundheitsschäden nach dieser Impfung wurde bisher nichts bekannt.
Wenn Sie dennoch irgendwelche ungewöhnlichen Krankheitssymptome bei dem Geimpften beobachten, so steht Ihnen der Impfarzt zur Beratung zur Verfügung.


Kostenübernahme

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese Impfung ab dem vollendeten ersten Lebensjahr.

Frage: Ist es sinnvoll, gesunde Schulkinder im Alter von 10-19 Jahren gegen Meningokokken impfen zu lassen?

Ja!
Die Altersgruppe der Teenager ist nach der Personengruppe der Kinder unter 5 Jahren am häufigsten von Meningokokken- Erkrankungen, speziell der Gruppe C, betroffen. 80 % der Erkrankungen in Deutschland treten bei der Personengruppe unter 20 Jahren auf.
Die Erreger (Neisserien) lassen sich bei 5-10 % der Bevölkerung auf den Schleimhäuten des Nasen-Rachenraumes feststellen. Diese Besiedlung ist meist symptomfrei, allerdings kann es durch Tröpfcheninfektion zu einer Infektionsquelle für die Umgebung werden.
Bei Jugendlichen liegt die Trägerrate von 25 % deutlich über dem Durchschnitt und ist somit sicher eine Erklärung für die deutlich höhere Infektionsgefahr in diesem Alter.
Dazu kommt, dass Jugendliche sich häufig in Landschulheimen oder Jugendherbergen aufhalten, Discotheken besuchen oder einfach gern in Gruppen zusammen sind. Diese Menschenansammlungen begünstigen den Infektionsweg der Erreger über Tröpfcheninfektion.
Auch junge, stabile und immer gesunde Jugendliche sind gefährdet und der Verlauf der Erkrankung ist oft sehr ernst. Es wird eine Letalität (Sterblichkeit) von 10 %, bei einigen Erregern sogar bis 20 % beschrieben.

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