Informationen für Eltern von Frühgeborenen über die RSV-Infektion

Liebe Eltern,

jedes Jahr kommt es, insbesondere in den Wintermonaten zwischen September und April, zu gehäuften Infektionen mit dem Respiratory-Syncytial-Virus (RSV). Die meisten Erwachsenen und Kinder erkranken im Verlauf der Infektion nur mit einem Schnupfen oder einer milden Bronchitis. Ein besonders hohes Risiko, an einer RSV-Infektion schwer zu erkranken, haben insbesondere Frühgeborene (vor der 35. SSW) und Kinder mit chronischen Atemwegserkrankungen (einschließlich bronchopulmonaler Dysplasie).

Die Symptome einer RS Virus Infektion erkennen Sie an Husten, rinnender Nase, Fieber, beschleunigter Atmung und Herzfrequenz sowie Atemnot. Zusätzlich können spezifische Atemgeräusche wie Pfeifen und Giemen hörbar sein. Um Ihr Kind vor einer RSV-Infektion zu schützen, geben wir Ihnen folgende Empfehlung:

Besonders im ersten Winter (September bis April) sollte ein enger Kontakt mit offen-sichtlich erkälteten Personen gemieden werden. Die Unterbringung in Gemeinschafts-einrichtungen oder Kinderspielgruppen birgt ein deutlich erhöhtes Risiko. Bei Erkran-kungen der Familienmitglieder ist auf sorgfältiges Händewaschen (mindestens 1 Minute) zu achten, da das Virus nicht nur direkt über Tröpfchen, sondern vorwiegend über den Umweg der Hände übertragen wird. Auch ein geeignetes Händedesinfektionsmittel kann angewandt werden. Da allerdings die Virusausscheidung bei einer erkrankten Person über ca. 7 Tage geht, ist eine Ansteckung innerhalb der Familie nur schwer zu vermeiden. Die große Gefahr, die das RS-Virus birgt, liegt jedoch darin, dass es schon bis zu 48 Stunden vor dem Ausbruch der Krankheit ansteckend ist. Sie selbst merken demnach gar nicht, dass Sie eine Infektion in sich tragen und können daher auch nicht präventiv handeln
und somit Ihr Kind unbewusst anstecken.

Das Rauchen in der Umgebung des Kindes ist unbedingt zu unterlassen, da durch Passivrauchen das Risiko für schwere RSV-Infektionen deutlich steigt.

Sofern möglich, sollte das Kind in dieser Zeit noch Muttermilch erhalten, da hierdurch schützende Antikörper von der Mutter auf das Kind übertragen werden.

Da es derzeit noch keine Therapie gegen die Infektion selbst, sondern nur gegen die Symptome gibt, ist die Vorsorge noch immer der beste und einfachste Weg, um gefährliche Komplikationen zu vermeiden. Ich empfehle Ihnen daher, mit Ihrem Kind rechtzeitig zum angegebenen Prophylaxetermin zu erscheinen, damit Ihr Baby einen wirksamen RSV-Infektionsschutz erhält. Frühgeborene kommen ohne ein voll entwickeltes Immunsystem zur Welt. Genau hier greift die Vorsorge schonend und hochwirksam ein: Eine kleine Menge eines Antikörpers wird in den Muskel des Oberschenkels des Babys gespritzt. Die Gabe erfolgt ambulant, so dass kein Krankenhausaufenthalt für Ihr Baby notwendig wird. Die Injektionen sollten einmal monatlich während der RSV-Saison, immer am gleichen Tag des Monats gegeben werden.

Mit freundlichen Grüßen

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